So könnt ihr Umschläge aus Papier nähen

Umschläge aus Papier nähen

Ihr wollt Umschläge aus Papier nähen? Das geht tatsächlich kinderleicht, schaut!

Umschläge aus Papier nähen Ich sage es gleich vorweg: Ich kann gar nicht nähen. Ich quäle mich höchstens einmal im Jahr mit den vermaledeiten Unter- und Oberfäden, dem Fadeneinfädeln in die Nadel und all solchen Widrigkeiten. Aber ich besitze eine süße, kleine Nähmaschine, die mir meine Großeltern zum 15. Geburtstag schenkten!!! Ich nähe damit also vielleicht mal einen Ikeastoff an den Kanten um für eine Gardine. Ich hab auch mal aus alter Bettwäsche Kinderschürzen zusammen“gebastelt“. Und jetzt wollte ich es doch endlich mal probieren: Umschläge aus Papier nähen.

Und das kam so: Was tun mit den Rest-Papieren von meinem Upcycling?

Wie ihr wisst, peppe ich ja Möbel und Wohnuntensilien mit verschiedensten Papieren auf, u.a. mit Comics und Landkarten. Bei den Comics verwende ich dafür nur die reinen Seiten. Aber die Cover habe ich größtenteils aufbewahrt, weil ich ein Sammler bin (ohje, ihr auch?). Ich dachte, vielleicht kannst du die auch nochmal benutzen – für irgendwas, nur was? Als ich dann vor kurzem Landkarten und auch einen großen Atlas geschenkt bekam, wusste ich´s. Die Karten aus dem Atlas sind nämlich zu dick fürs Upcycling. Aber würden sie sich eignen, wenn ich daraus Umschläge aus Papier nähen würde? Also holte ich meine kleine Singer-Nähmaschine hervor und probierte es aus. Ich gebe zu: Ich hatte mehrmals Fadenchaos, gerissene Oberfäden, leere Spulen, verknotete Unterfäden. Bis ich die richtige Stichgröße fand und die Fadenspannung … Aber ich habe durchgehalten!

Und so könnt auch ihr Umschläge aus Papier nähen! Ihr braucht:

1. Klar, eine Nähmaschine und am besten bunte Garne. Ich habe beim Nähen wieder mal gemerkt, dass das Günstig-Päckchen Garn aus dem 1-Euro-Shop leider nicht in der Maschine funktioniert, es reißt dauernd. Also lieber ein gutes, stabiles Garn einfädeln.

2. Papiere, die dicker sind. Ich habe Kalenderblätter verwendet sowie Comic-Buchcover von Petzi, Asterix & Obelix und Tim & Struppi. Auch Seiten aus einem Atlas und Vorder- und Rückseiten von Modemagazinen (die glänzen so schön …) habe ich erfolgreich in Umschläge verwandelt.

3. Gut zu haben ist auch ein Falzbein, um die Papiere vorher ggf. zu knicken/falzen. Und eine Schneidemaschine oder ein Cutter, zur Not tut´s natürlich auch eine Schere.

Und nun geht´s los:

1. Bereitet einzelne Blätter vor, indem ihr sie so zusammenlegt, dass die Größen gleich oder fast gleich sind. Ggf. schon mal beschneiden. Bereitet große Papiere – wie z.B. Seiten aus einem Atlas – so vor, indem ihr sie faltet und falzt.

2. Zu den Maßen für die Umschläge: Ich habe die Post-Größen insofern beachtet, als dass meine Umschläge nicht größer sind. Ein „normaler Brief“ hat die Maximalmaße 23,5 cm x 12,5 cm. Ein Groß- bzw. Maxibrief darf max. 35,3 cm x 25 cm groß sein. In meine Umschläge passen nicht immer DIN A4-Bögen, aber das stört mich nicht. Dann falte ich sie eben nochmal für den Versand.

4. Jetzt wird genäht: Ich habe die ersten Umschläge mit einem recht großen Zickzack-Stich genäht, weil iUmschläge aus Papier nähench dann unhübsche Kanten mit einer Zickzack-Schere abschneiden wollte – aber das war mir nach einem Test doch zu mühsam. Also habe ich einen engeren Zickzack-Stich genommen und die Stichgröße auch kleiner gestellt. Das schützt besser vor eventuellem Aufreißen. Manchmal habe ich zwei verschiedenfarbige Garne für Ober- und Unterfaden benutzt … So kann man nämlich auch Rollen  aufbrauchen, die man nie mehr sonst zum Nähen/Reparieren braucht.

5. Nach dem Nähen habe ich überstehende, unschöne Kanten schnell noch mit der Schneidemaschine entfernt wie ihr rechts im Bild beim Snoopy-Umschlag seht. Das muss man aber nicht bei allen Umschlägen, nur wenn´s eben nicht hübsch aussieht. (Vorsicht: Nicht in die Naht schnibbeln, ist mir passiert, weil ich manchmal nicht so schnurgerade genäht hatte, die Schneidemaschine aber gerade schneidet…).

Und so macht ihr eure selbstgenähten Umschläge versandfertig!

Am besten wäre es, wenn ihr die Adressen nicht direkt auf den Umschlag schreibt, sondern auf weiße Klebeetiketten oder aufgeklebte Zettelchen. Denn so kann der Briefträger die Adresse besser lesen. Auch die Marke sollte auf Weiß kleben oder zumindest in einem erkennbaren und hellen Bereich. Habt ihr Umschläge mit Überstand – wie meine aus Landkarten – genäht, könnt ihr diese umknicken und mit einem Klebestift zukleben. Habt ihr das nicht, dann klebt einfach Tesafilm über die offenen Kanten.

Und jetzt solltet ihr schnell mal ein paar liebe Grüße formulieren, um eure tollen Umschläge baldmöglichst auf den Weg zu einem lieben Menschen zu bringen.